A

Alltagspraktiken

Routinierte Handlungen des täglichen Lebens (Autofahren, Konsum, Entsorgung), in denen die imperiale Lebensweise verankert ist und reproduziert wird.

Außerschulische Lernorte

Orte außerhalb der Schule (Straßen, Läden, öffentliche Plätze), die durch didaktische Aufbereitung zu Lernorten werden. Ermöglichen erfahrungsbasiertes, lebensweltnahes politisches Lernen.

B

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Bildungskonzept, das Menschen ermöglicht, die Auswirkungen eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen. Orientiert sich an den 17 Nachhaltigkeitszielen (SDGs) der UN.

E

Energiegerechtigkeit

Konzept, das den gerechten Zugang zu bezahlbarer, zuverlässiger und nachhaltiger Energie für alle Menschen fordert. Kritisiert die ungleiche globale Verteilung von Energieressourcen und -verbrauch.

Externalisierung

Die Auslagerung von sozialen und ökologischen Kosten der imperialen Lebensweise auf andere Menschen (meist im Globalen Süden), zukünftige Generationen oder die Natur. Beispiel: Billige Kleidung wird möglich durch schlechte Arbeitsbedingungen andernorts.

F

Fast-Fashion

Geschäftsmodell der schnellen, billigen Modeindustrie mit ständig wechselnden Kollektionen. Führt zu massiver Textilproduktion unter oft menschenunwürdigen Bedingungen und enormer Umweltbelastung. Treiber der Kleidercontainer-Monster.

G

Globaler Norden / Globaler Süden

Keine rein geografischen Begriffe, sondern politische Kategorien. Der Globale Norden bezeichnet privilegierte, wirtschaftlich dominante Regionen (Industrieländer), der Globale Süden benachteiligte Regionen, die historisch durch Kolonialismus und Ausbeutungsverhältnisse geprägt wurden.

Globales Lernen

Pädagogisches Konzept, das junge Menschen befähigt, globale Zusammenhänge zu verstehen, kritisch zu beurteilen und aktiv an der Gestaltung einer gerechten Weltgesellschaft teilzunehmen. Folgt dem Dreischritt: Erkennen – Bewerten – Handeln.

H

Hegemonie

Vorherrschaft bestimmter Ideen, Werte und Lebensweisen, die als "normal" und alternativlos erscheinen. Die imperiale Lebensweise ist hegemonial, weil sie tief in Alltagspraktiken und Institutionen verankert ist.

I

Imperiale Lebensweise

Die alltägliche Art zu wirtschaften und zu leben im Globalen Norden, die auf Kosten anderer stattfindet: der Natur, zukünftiger Generationen und benachteiligter Menschen in Nord und Süd. Sie ist gekennzeichnet durch Exklusivität, ständige Ausbreitung und Intensivierung sowie die Auslagerung von Kosten in Zeit und Raum.

K

Konkrete Utopien / Reale Utopien

Bereits existierende Projekte und Initiativen, die Alternativen zur imperialen Lebensweise im Kleinen verwirklichen (z.B. SoLaWi, Repair-Cafés, Kleidertausch). Zeigen, dass ein "gutes Leben für alle" möglich ist.

Kulturelle Bildung

Ganzheitliche, spielerische Auseinandersetzung mit kulturellen Ausdrucksformen. Fördert Selbstbildungsprozesse und ermöglicht es, gesellschaftliche Verhältnisse kreativ zu reflektieren und zu hinterfragen.

M

Mitumba

Swahili-Begriff für "Bündel". Bezeichnet in Afrika gebrauchte Kleidung aus dem Globalen Norden, die in Ballen gepresst exportiert wird. Symbol für die komplexen Auswirkungen von Kleiderspenden auf lokale Textilindustrien.

N

Neokolonialismus

Fortgesetzte wirtschaftliche und politische Abhängigkeits- und Ausbeutungsverhältnisse zwischen ehemaligen Kolonialstaaten und kolonisierten Ländern, die nach formaler Unabhängigkeit bestehen bleiben.

P

Physisch-materielle Infrastrukturen

Bauliche und technische Strukturen (Straßen, Tankstellen, Supermärkte, Kleidercontainer), die die imperiale Lebensweise stabilisieren und alternative Handlungsweisen erschweren.

Projektmethode

Handlungsorientierte Unterrichtsform mit den Phasen: Problemstellung wählen → Plan entwickeln → handlungsorientiert arbeiten → Ergebnis präsentieren. Fördert Selbstständigkeit und Eigenverantwortung.

S

Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi)

Wirtschaftsmodell, bei dem sich Verbraucherinnen und Landwirtinnen zusammenschließen. Mitglieder finanzieren die Landwirtschaft durch feste Beiträge und teilen sich die Ernte. Entscheidungen werden basisdemokratisch getroffen.

Solidarische Lebensweise

Gegenentwurf zur imperialen Lebensweise. Orientiert sich am "guten Leben für alle" und berücksichtigt die Abhängigkeiten zwischen Mensch und Natur. Basiert auf Gemeinschaft, geteilten Ressourcen, gemeinsamer Entscheidungsfindung und ökologischer Nachhaltigkeit.

Sustainable Development Goals (SDGs)

Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Agenda 2030). Im Dokument besonders relevant: SDG 7 (Bezahlbare und saubere Energie), SDG 12 (Nachhaltiger Konsum und Produktion), SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz).